Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau
Gartenkunst ohne Grenzen
Nördlich von Görlitz durchfließt die Neiße einen der wohl
schönsten Landschaftsparks auf dem Kontinent. Sein Schöpfer, Hermann
Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871), ließ sich von der idyllischen
Tallandschaft inspirieren und schuf hier ab 1811 ein Gartenreich
beachtlichen Ausmaßes. Der ca. 750 ha große Park besteht auf deutscher
Seite aus dem Schloß-, Bade- und Bergpark und auf polnischer Seite aus
dem Unterpark, dem Arboretum und den Braunsdorfer Feldern. Er wird zu
wesentlichen Teilen durch die Planungen des Fürsten von Pückler-Muskau
sowie die weiterführenden bzw. erhaltenden Maßnahmen der folgenden
Besitzer, des Prinzen Friedrich der Niederlande sowie der Grafen von
Arnim, bestimmt.
Der Park und sein Schöpfer
"Hättest Du nur 150.000 Thaler, ich heiratete Dich gleich wieder".
1811 erbte Hermann Fürst Pückler-Muskau (1785-1871) die
Standesherrschaft in der Oberlausitz. Bald darauf begann er mit der
Umgestaltung des Neißetals und der angrenzenden Höhen zu idealisierten
Landschaftsbildern. Das Projekt ruinierte Pückler, konnte aber dank
zahlkräftiger Nachfolger vollendet werden.
Um Pücklers Park-Leidenschaft zu beschreiben, musste erst ein
neues Wort erfunden werden: die "Parkomanie". Unter seinen Händen
schmolzen das geerbte Geld und dasjenige seiner Frau Lucie. So reichten
beide die Scheidung ein, damit Pückler eine neue zahlkräftige Braut
werben konnte. Sein Weg führte ihn hierzu nach England. Doch die Kunde
seiner Absicht eilte ihm voraus, so dass seine Brautsuche erfolglos
blieb.
Englands Gärten machten auf Pückler tiefen Eindruck. Seine
Erkenntnisse über Landschaftsgärtnerei und seine Ideen für den Park in
Muskau hielt er in einem epochemachenden Buch fest, den "Andeutungen
über Landschaftsgärtnerei" (erschienen 1834). Und da sich die Muskauer
Anlage so trefflich entwickelte, avancierte Pückler zum gefragten
Berater. Angesichts akuter Finanznöte musste er schließlich 1845 Muskau
verkaufen. Mitsamt Ehefrau Lucie zog er sich auf den Erbbesitz in
Branitz bei Cottbus zurück, den Pückler - natürlich! - in einen
Landschaftspark verwandelte.
Glück im Unglück: Die nachfolgenden Besitzer Muskaus vollendeten
und pflegten Pücklers Werk bis zum Zweiten Weltkrieg. 1945 wurde der
Park durch die neue deutsch-polnische Grenze in zwei Teile dividiert und
der damalige Besitzer, Graf von Arnim-Muskau, enteignet.
Schon früh erkannte man den Wert der Anlage und bemühte sich um
eine fachgerechte Pflege. In den 1990er Jahren intensivierte sich
schließlich die Zusammenarbeit mit der polnischen Verwaltung. Die
Kooperation entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt internationaler
Denkmalpflege. Der Muskauer Park wurde im Sommer 2004 in die Liste des
Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Die Pflege- und Wiederherstellungsarbeiten lassen bei jedem
Besuch des Parks Neues entdecken. Entlang der Wege präsentieren sich
Ihnen wechselnde Landschaftsbilder mit einem genussvollen Geflecht von
Blickbeziehungen. Pückler schuf sie durch kunstvoll angepflanzte
Gehölze, sorgsam platzierte Bauten und vor allem, indem er die reizvolle
Lage an den Hangterrassen des Neißetales nutzte. Von hier aus führen
Wege in die Kulturlandschaft der Lausitz, die mit ihren zahlreichen
Sehenswürdigkeiten Abwechslung auch für einen längeren Aufenthalt
bietet.
Im Internet: www.muskauer-park.de
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